Warum sollte man als Onlinehändler seine Marke im Blick behalten?

Warum ist es wichtig, als Onlinehändler seine Marke(n) im Blick zu haben? Ganz einfach gesagt: Weiß man nicht, wie populär die eigene Marke ist, kann einem dadurch viel Gewinn entgehen. Denn zahlreiche Drittanbieter wissen um diesen Wert und verdienen daran ordentlich mit.

Hierzu mal ein paar Zahlen, die das Ganze etwas genauer verdeutlichen:

Nach unseren Erfahrungen liegt der Kosten/Umsatz Wert (kurz ROAS) bei Marken zwischen 20-200+. Dies bedeutet, für 1 Euro Werbeeinsatz macht man mit der Marke zwischen 20-200 Euro+ Umsatz.

Wenn Sie auf einem Marktplatz Ihre Marke verkaufen, liegen die Gebühren hier bei rund 5-20%. Dies bedeutet, der Kosten/Umsatz Wert liegt bei 6,5-20. Sie verdienen somit für jeden eingesetzten Euro zwischen 6,50-20 Euro, mehr nicht!

Hier mal der mögliche Verdienst pro 1 Euro Werbeeinsatz bei verschiedenen Kosten/Umsatz Werten der Marke

Umsatz eigener Onlineshop20 Euro50 Euro100 Euro200 Euro
Kosten/Umsatz Wert (ROAS)2050100200
Werbekosten eigener Onlineshop1 Euro1 Euro1 Euro1 Euro
Marktplatz-Gebühr 7%1,40 Euro3,50 Euro7 Euro14 Euro
Marktplatz-Gebühr 15%3,25 Euro7,50 Euro15 Euro30 Euro

Sie sehen anhand der Tabelle, desto höher der Kosten/Umsatz Wert der Marke ist, desto mehr Erlös geben Sie an Dritte ab. Dies betrifft im Übrigen nicht nur Marktplätze, sondern alle Verkaufskanäle, bei denen Sie eine feste Gebühr pro Verkauf bezahlen.

Wie die Marke im Blick behalten?

Wie Sie in dem oberen Beispiel gesehen haben, ist es wichtig, die eigene Marke im Blick zu haben. Hier ist vor allem interessant, wie viele Suchanfragen zum Brand bei Google durchgeführt werden.

Unser Hinweis: Verkaufen Sie auf Marktplätzen Ihre Marke, schauen Sie dort auch nach, ob Ihnen der Marktplatz ebenfalls eine Kennzahl liefert, wie häufig danach dort gesucht wurde. Der Wert ist wichtig für zukünftige Entscheidungen, wie Sie später sehen werden.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit denen Sie Ihren Brand über Google im Blick behalten können. Hier mal 4 Beispiele:

  1. Sie erstellen über Google Ads eine Markenkampagne für das Suchnetzwerk. Anschließend vergleichen Sie die Impressionen mit dem möglichen Anteil an Impressionen im Suchnetzwerk. Rechnen Sie den Wert nach oben, dann wissen Sie wie viele Suchanfragen zu Ihrer Marke durchgeführt wurden.
  2. Haben Sie eine eigene Webseite (oder sogar schon Onlineshop), dann melden Sie diese bei der Google Searchkonsole an. Auch hierüber erfahren Sie, wie viele Suchanfragen zu Ihrer Marke durchgeführt wurden, sofern Ihre Seite auch auf der 1. Seite bei Google erscheint.
  3. Über die Google Ads Tools können Sie zudem eine Keywordrecherche durchführen. Hier bekommen Sie einen groben Wert, wie häufig nach Ihrer Marke gesucht wurde.
  4. Ist Ihr Brand schon etwas bekannter, können Sie mit Google Trends nachverfolgen, wie sich diese entwickelt. Hier werden Ihnen auch Daten der Vergangenheit angezeigt und somit auch ein Trend, ob es aufwärts geht.

Wir persönlich bevorzugen den 1. Weg, da wir hierüber eine sehr genau Zahl erhalten. Der nette Nebeneffekt ist, dass man damit auch Kombinationen von Suchbegriffen erfährt, die an die Marke gekoppelt sind.

Den Wert der eigenen Marke berechnen

Wir empfehlen Onlinehändlern, die vor allem auf Marktplätzen verkaufen, den Wert der eigenen Marke im Blick zu behalten. Die wichtigsten Kenngrößen sind dabei Folgende:

Impressionen:monatliche Impressionen zum Markennamen
Klickrate (CTR):liegt bei ca. 40-50%
Conversion Rate:liegt bei ca. 15-25%
Durchschn. Warenkorbwert:Ihr aktueller Wert, um zu berechnen, welchen Wert Ihre Marke hat

aktueller Markenwert = Impressionen x Klickrate x ConvRate x Warenkorbwert

Hierzu ein Beispiel:

Anteil an Impressionen der Marke (Impr.):5.000
Klickrate (CTR):45%
ConversionRate (ConRate):20%
Durchschn. Warenkorbwert:50 Euro

Markenwert = 5.000 Impr. x 0,45 CTR x 0,20 ConRate x 50 Euro Warenkorb = 22.500 Euro

Vergleichen Sie diesen Wert jetzt mit den Kosten aus der obigen Tabelle, dann ergeben sich daraus folgende Erlöse und Differenzen bei 22.500 Euro Umsatz und dem entsprechenden ROAS:

Umsatz22.500 Euro22.500 Euro22.500 Euro22.500 Euro
Kosten/Umsatz Wert (ROAS)2050100200
Werbekosten eigenen Onlineshop1.125 Euro450 Euro225 Euro112,50
Kosten Marktplatz mit Gebühr 7%1575 Euro1575 Euro1575 Euro1575 Euro
Differenz zu Werbekosten450 Euro1125 Euro1350 Euro1462,50 Euro
Kosten Marktplatz mit Gebühr 15%3375 Euro3375 Euro3375 Euro3375 Euro
Differenz zu Werbekosten2250 Euro2925 Euro3150 Euro3262,50 Euro

Am einfachsten ist es, wenn Sie die Zahlen einmal monatlich in einer Tabelle erfassen. So sehen Sie mit der Zeit, wie sich die Impressionen und der Wert der Marke entwickelt. Sofern Sie keine aktuellen Zahlen zur Klickrate und Conversionrate haben, nehmen Sie die Werte aus unserem Beispiel.

Berechnen Sie auf Basis der Gebühren die Differenz anhand der Kosten/Umsatz Werte (ROAS). Den ROAS-Wert werden Sie vermutlich aber noch nicht haben und sollten deswegen mit den Werten 20 & 50 kalkulieren. Unter 20 werden Sie aus unseren Erfahrungen nicht liegen.

Ab wann sollten Sie reagieren?

Die Frage, ab wann man reagieren sollte, ist nicht einfach zu beantworten. Hierzu mal zwei Sichtweisen:

Betriebswirtschaftlich würde man sich an der Differenz orientieren. Von dieser zieht man alle zusätzlichen Kosten, wie Erstellen & Wartung des eigenen Onlineshops + Marketingkosten ab. Bleibt am Ende etwas übrig, sollte man spätestens mit dem eigenen Onlineshop starten.

Aus Unternehmersicht würden wir aber schon eher starten, nämlich dann, wenn die Marke eine positive Entwicklung aufnimmt. Denn mit einem eigenen Onlineshop ergeben sich noch weitere Verdienstmöglichkeiten mit einem guten Kosten/Umsatz Verhältnis, wie zum Beispiel Newsletteraktionen.

Haben Sie hierzu Fragen, die auf Ihre persönliche Situation zugeschnitten sind, dann beantworten wir diese gerne in einer kostenpflichtigen Videokonferenz. Senden Sie uns hierzu einfach eine Anfrage über das Kontaktformular.