1.000 Fans für ihre Facebook-Fanpage – Warum gekaufte Fans, keine Fans sind

Vor einigen Wochen stolperte ich über ein interessantes Inserat bei eBay. Über dieses bot man mir an, man könne mir auf die schnelle und garantiert 1.000 Fans für eine Fanpage anbieten. Natürlich versicherte man mir, bei diesen Fans handelt es sich um reale Personen. Fakeprofile oder so genannte Bots schloss man von vornherein aus. Doch wie schafft man es 1.000 echte Menschen davon zu überzeugen auf eine Fanpage zu klicken und was bringt dies einem Unternehmen?

Ich setzte mich bezüglich dieser Frage mit jemandem zusammen, der vor Längerem an einem Webprojekt beteiligt war, welches sich genau auf diese Dienstleistung spezialisiert hatte. Über diese Webseite kann man Facebook-Fans und in der Zwischenzeit auch Facebook-”Gefällt mir”-Klicks einkaufen. Dabei handelt es sich immer um echte Personen und natürlich auch um echte Klicks.

Mit einer Modelagentur, Klicks erzeugen

Die Webseite, über welche man dieses Angebot erwerben kann, besitzt im Hintergrund ein großes Agenturnetzwerk. In dem speziellen Fall handelte es sich um eine Modelagentur, die ihre Models auch über die eigenen Facebookprofile begleitet. Als quasi Abfallprodukt bewirbt die Agentur die entsprechenden Fanseiten und bittet, manchmal vielleicht auch nachdrücklich, ihre Models um einen Klick auf der beworbenen Fanpage. Das Versprechen 1.000 echte Fans zu erhalten wird somit erfüllt.

Doch was bringt es einem Unternehmen solche Fans für die eigene Fanpage zu generieren? Nach meinen Beobachtungen sehr wenig. Denn bei vielen Fanseiten fällt mir eins immer wieder auf, die Aktivität der Fans sinkt mit den Mitteln wie diese als Fans generiert wurden. Die oben genannte Methode ist dabei nur eine Methode, die in erster Linie nur die Zahlen nach außen schönt. Eine weitere Methode sind Gewinnspiele, mit denen man sehr schnell Fans auf eine Facebook-Fanpage locken kann. Bei beiden Methoden erhält die Fanseite zwar viele Fans, diese sind jedoch meistens nur mit dieser einen Aktion auch wirklich aktiv. Weitere Aktionen halten sich in Grenzen und bis auf die paar echt generierten Fans, sind von diesen Fans keine weiteren Handlungen zu erwarten.

Rund 1 Prozent aller echten Fans sind auch aktiv

Hierfür gibt es eine einfache Quote, die ich immer wieder bemerke. Ich nenne sie gerne die ein Prozent – Regel. Diese besagt von 100 Nutzern ist einer aktiv. Bei einer Fanseite mit 100 Fans kann man bei Facebook somit davon ausgehen, dass mindestens einer der Fans auf ein Posting reagiert, in Form von einem Kommentar, einem “Gefällt mir”-Klick oder indem er den Posting teilt. Dieser Wert ist natürlich nur ein Mittelwert, aber immer wieder zu beobachten.

Bei Fanseiten, bei denen die Fans auf unnatürliche Weise generiert wurden, liegt dieser Wert weit unter einem Prozent. Was einem diese Fans langfristig bringen kann sich jedes Unternehmen selber ausrechnen. Ein gekaufter Fan ist eben kein echter Fan, denn Social Communitys beruhen immer auf der Freiwillligkeit der Menschen in der Community.