Warum du statt für Google für Menschen Content erstellen solltest

Willst du einen erfolgreichen Online-Shop betreiben, wirkt das immer schwieriger zu bewerkstelligen. Neben rechtlichen Voraussetzungen, die du befolgen musst, scheint dir auch Google mit seinen Updates ständig Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Aber ist dem wirklich so? Wir analysieren mit dir einmal die Entwicklungen der jüngeren Updates und zeigen dir: Content zu erstellen ist eigentlich inzwischen viel unproblematischer als zuvor. Lies hier weiter und erfahre, wie es dir gelingt!

Oh nein – schon wieder ein Update?

Diesen Gedanken haben wohl die meisten unserer Kundschaft, erst kürzlich wieder, als das jüngste Helpful Content Update international ausgerollt wurde. Kein Wunder, geht der bange Blick ständig gen Auswertungstools, ob man nicht wieder ein Stück der wertvollen Sichtbarkeit eingebüßt hat. Allerdings kristallisierte sich im Laufe der vergangenen Jahre immer stärker heraus, dass hier Seiten mit hochwertigem Content eigentlich die Gewinner waren – selbst wenn kurzzeitig die Zahlen etwas zurückgingen.

Wir haben uns, um diese These zu analysieren, einmal die Google Algorithmus-Updates der vergangenen Jahre angeschaut. Neben verschiedenen technischen Aspekten, etwa den Core Web Vitals, stand hier immer stärker der Inhalt der Seite im Fokus.

Timeline

2010
Juni

Caffeeine Update

  • schnellere Indexierung von informierendem Content, z. B. News, Blogposts 
  • auch Artikeländerungen wurden rascher in die Suchergebnisse integriert
2011
August

Panda Update

  • Verbesserung der Qualität der Suchergebnisse 
  • von Sichtbarkeitseinbußen betroffen waren vor allem Websites mit wenig originärem oder nicht-nutzerorientierten Content
November

Freshness Update

  • Aktualität der Websites wird in den Fokus der Bewertung gerückt
2012
April

Penguin Update

  • auch „Webspam Update“ genannt
  • ging gezielt gegen Webspam-Maßnahmen wie Keyword Stuffing vor
2013
August

Hummingbird Update

  • Wandel der semantischen Suche vom hierarchischen Aufbau hin zu einem netzwerkartigen (Google Knowledge Graph)
  • Google stellt nun Beziehungen zwischen Suchanfragen her und lernt stetig hinzu
2015
November

Phantom Update III

  • Fokus lag primär auf User:innen-Intention und Qualität des Contents
2016
Januar

Google Core Update

  • hochwertige und holistische Inhalte ranken bei vielen Keywords nun besser
  • bloße Menge des Contents nicht mehr entscheidend für das Ranking
  • wichtigstes Kriterium: Ist der Inhalt für die Nutzer:innen-Intention relevant?
2017
März

Fred Update (nicht bestätigt)

  • Seiten mit minderwertigen Inhalten ohne erkennbaren Mehrwert für Nutzer:innen verloren Rankings
2018
August

E-A-T-Update

  • offizielle Einführung des neuen Prinzips: Expertise-Autorität-Vertrauen (eng. Expert-Authority-Trust)
2019
März

Google March 2019 Core Update

  • Seiten mit sensiblen Inhalten (v. a. Gesundheitsthemen) stellten Ranking-Veränderungen fest, abhängig von ihrem Content sowohl positiv als auch negativ
  • stärkere Bewertung von Trust und Expertise 
  • User:innen-Signale noch intensiver in Algorithmus einbezogen
Oktober

Google BERT Update

  • größte Algorithmus-Veränderung der letzten 5 Jahre
  • soll Verständnis komplexer Long-Tail-Suchanfragen verbessern und dadurch relevantere Ergebnisse anzeigen
2020
Mai

Google May 2020 Core Update

  • erneut starke Zusammenhänge mit E-A-T-Prinzip
  • betrifft Websites aus vielen Branchen
Dezember

Google December 2020 Core Update

  • 3. Update des Jahres, ebenfalls vor allem Änderungen hinsichtlich der E-A-T-Richtlinien (z.B. wurde Thin Content schlechter gerankt)
2021
Juni

Google June/July 2021 Core Update

  • erstmalig zweiteiliges Update 
  • im Juni waren Websites mit Thin Content oder YMYL (Your Money, Your Life) negativ betroffen
  • im Juli wurden gute Content-Seiten allerdings wieder “zurückgeholt” und besser gerankt
2022
Mai

Google May 2022 Core Update

  • Ranking-Verbesserungen vor allem für Websites und/oder Videocontent von Spezialist:innen
August

Google Helpful Content Update

  • Content mit Fokus auf User:innennutzen und echten Mehrwert wird sichtbarer
  • Inhalte, die nur auf Suchmaschinen ausgerichtet sind, sollen abgewertet werden

Schauen wir uns diese Entwicklung an, wird deutlich: Setzt du bei deinem Content nach wie vor auf Backlinks und gewisse Keywords, ist das zwar nicht gänzlich falsch, aber es ist heutzutage auch längst nicht mehr das Erfolgsrezept. Produzierst du zudem ausschließlich inhaltliche Duplikate und bringst keine Uniqueness in deine Website, wird das von Google in Zukunft immer stärker abgestraft werden. Die Kriterien, auf die die Suchmaschine verstärkt Wert legt, sind:

  • Aktualität
  • Nutzer-Intention
  • Expertise (expertise)
  • Autorität (authority)
  • Vertrauen (trust)

Echten Content erstellen, statt Copycat spielen

In der Update-Übersicht haben wir ihn bereits kurz angesprochen: den Google Knowledge Graph. Dahinter verbirgt sich eine Umstrukturierung der Datenbank im Hintergrund. Die Suchmaschine sortiert schon länger nicht mehr nur einzelne, konkrete Keywords zu Inhalten, sondern knüpft Verbindungen. Es entsteht ein vielseitig miteinander in Kontakt stehendes Netz, welches Berührungspunkte und Überschneidungen erkennt sowie solche ständig dazu lernt.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber, dass unser Content für solche komplexen Anfragen geeignet sein muss. Sprich: Wir dürfen uns nicht mehr in die “Denke” der Suchmaschine hineinversetzen, denn diese versucht mit aller Macht unserer zu entsprechen. So können wir uns also wieder stärker auf das Schreiben für echte Menschen konzentrieren. Das beinhaltet zwar nach wie vor auch eine gewissenhafte Berücksichtigung von relevanten Keywords und natürlich die technisch einwandfreie Funktion unserer Seite. Aber eben nicht mehr ausschließlich.

Die Zeit des Keywordstuffings und des zügellosen Backlink-Aufbaus ist endgültig vorbei. Zudem reicht es nicht mehr aus, die fünfte Wiederholung des gängigsten Inhalts zu einem Thema auf seiner Website wiederzukäuen. So wie wir als Menschen gelangweilt darüber mit den Augen rollen, erkennt auch Google darin keinerlei Mehrwert mehr und wird uns nicht sonderlich positiv im digitalen Gedächtnis behalten. Es gilt also, kreativ zu werden, Neues zu erschaffen, Wertvolles und Nützliches für unsere Zielgruppe zu entwickeln. Zusammenfassen lässt sich dieser Ansatz unter dem Prinzip E-A-T.

Wenn Content Google schmeckt: E-A-T-Richtlinien

Google setzt sich immer öfter die Brille der Nutzer:innen auf die Nase. Das bedeutet, dass sich die Kriterien des Algorithmus zur Bewertung von Content auch gewandelt haben. Aktuell begegnen einem immer wieder Aussagen, die von einzigartigem Inhalt mit Mehrwert für den:die Konsument:in sprechen. Google fasst hier drei Faktoren im Speziellen ins Auge: Expertise, Autorität und Vertrauen – kurz: E-A-T.

  • Expertenwissen (expertise)
    • Verbirgt sich hinter deinem Inhalt Expertenwissen?
    • Bietest du einzigartigen Mehrwert für deine Nutzer:innen?
    • Beantwortest du relevante Fragen?
  • Autorität (authority)
    • Bist du in deiner Branche als Experte zum Thema sichtbar?
    • Verlinken Menschen dich oder nehmen Bezug auf dich?
    • Tauchst du auf bspw. Social Media oder Diskussionsplattformen auf?
  • Vertrauen (trust)
    • Können deine User:innen sich bei dir sicher fühlen?
    • Sendest du klare Informationen über dich und deine Website?
    • Verfügst du über eine gute Reputation (Bewertungsplattformen, anerkannte Siegel, Zertifikate)?
    • Bietest du deinen Besucher:innen auch technische Sicherheit (z. B. SSL-Zertifizierung)?

Dabei ist besonders spannend, dass nicht mehr nur dein Text allein bewertet wird. Er wird in einen größeren Kontext gesetzt. So spricht Google selbst in seinen Search Quality Evaluator Guidelines von der “Page Quality”, also der Qualität deiner Seite. Diese kann von “very high” bis hin zu “lowest” reichen.

Der sogenannte “Main Content” (Text, aber ebenso Videos, Bilder, besondere Seitenfunktionen wie z. B. Rechner oder Spiele, …) spielt dabei eine der wichtigsten Rollen. Er steht aber stets im Zusammenhang mit dem Zweck der Seite. Das bedeutet, dass z. B. bei einem Online-Shop hochwertiger Content den Nutzer:innen vor allem auch ermöglichen muss, das gesuchte Produkt schnell und leicht zu finden sowie zu kaufen. Nutzerfreundlichkeit auf allen Ebenen also.

Wie kannst du E-A-T beim Content Erstellen umsetzen?

Wie sieht nun also dein hochwertiger Content aus? Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Ein “high quality” Inhalt ist von verschiedenen Faktoren abhängig, allem voran aber von deinen Nutzer:innen. Stell dir also vorab die Fragen:

  1. Wer sind meine Zielpersonen?
  2. Welche Erwartung / Wünsche haben Besucher:innen meines Shops?
  3. Was brauchen sie noch zusätzlich von mir?
  4. Wie finden sie sich möglichst intuitiv bei mir zurecht?

Lass dich im Übrigen nicht verunsichern: Content ist nach wie vor entscheidend, erfährt aber eine Erweiterung. Es ist inzwischen also nicht mehr nur ein Keyword, ein Link und eine bestimmte Wortanzahl. Es kommt hier jetzt auf das Gesamtbild an. Du als Online-Shop-Betreiber:in wirst im Übrigen besonders kritisch beäugt, da du zum sogenannten Your Money, Your Life (YMYL)-Segment gehörst. Solche Seiten hantieren mit sensiblen Inhalten. Dadurch bergen sie ein höheres Risiko, den Nutzer:innen mit falschen Infos zu schaden. Zu ihnen gehören noch:

  • Finanz-Seiten
  • Gesundheitspages
  • Rechtliche Informationsseiten
  • Tutorials mit Risikofaktoren (Elektroinstallation, Autoreparatur, …)
  • Erziehungsratgeber

Du solltest dich als Online-Shop-Betreiber:in also nicht auf einer guten Menüstruktur und schönen Bildern ausruhen, sondern weiter an hilfreichen, wertvollen Inhalten feilen. Dazu hier abschließend ein paar Tipps:

Keywords
  • nach wie vor sind Keywords der Weg, wie Nutzer:innen auf deine Seite finden
  • achte auf ihre Relevanz, Dichte und Positionierung
  • arbeite sie nicht ohne Sinn, grammatikalisch falsch oder zu oft ein
Links
  • stiften Zusammenhang (intern) und Sichtbarkeit (extern)
  • sollten immer die Erwartung der Nutzer:innen erfüllen und inhaltlich sinnvoll gesetzt sein
  • keine wahllosen Verlinkungen einstellen
  • in Sachen Backlinks lieber auf Qualität statt Quantität setzen
Wertigkeit
  • Content sollte für User:innen wertvoll sein
  • wertvoll bedeutet zum Beispiel nützlich, informativ, neuartig, ihre Fragen beantworten
  • bloße inhaltliche Duplikate anderer Seiten müssen vermieden werden
Einzigartigkeit
  • schaffe Content, den es so noch nicht gibt
  • kann z. B. einzigartig in Wortwahl sein oder neuartige Themenbezüge herstellen
  • kann auch mit dir als Brand verknüpft sein
  • sollte nie eine falsche Erwartung bei Lesenden wecken
Expertenstatus
  • zeige, wer du bist, welche Erfahrungen du hast
  • wenn du eine gute Reputation aufbaust, stiftet das Vertrauen
  • eine aussagekräftige Autor:in-Box oder Über-uns-Seite sind mögliche Ansätze
  • gesichtsloser oder sogar anonymer Content geht eher unter
Verständlichkeit
  • knackige Formulierungen, gute Übersichten und eine logische Struktur helfen dabei
  • Grafiken, Bilder, Videos fördern die Verständlichkeit
  • keine Textwüste, keine unzugängliche Fachsprache nutzen, generell an Barrierefreiheit denken
Teilbarer Content
  • erhöhe die Sichtbarkeit durch z. B. Social Media
  • ermögliche es deinen Nutzer:innen, den Content einfach und bequem zu teilen und interagiere selbst in deinen Kanälen
  • nicht spammen oder Netiquette missachten

Generell gilt, dass dein Content immer zum Zweck deiner Seite passen muss. Wie sich diese Empfehlungen also beispielsweise bei SEO-Texten oder auch Corporate Blogs umsetzen lassen, haben wir dir bereits an anderer Stelle etwas detaillierter erläutert.

Fazit: Guten Content zu erstellen hilft dir auf allen Ebenen

Matt Cutts, seines Zeichens bei Google u. a. Leiter für das sogenannte Webspam-Team und somit verantwortlich für die ständige Verbesserung der Suchqualität, sagte einmal:

Es ist wichtig, daran zu denken, zuerst etwas Herausragendes zu produzieren. Wenn Sie ein herausragendes Produkt haben, erstklassigen Content oder etwas, das Sie von anderen unterscheidet, dann können Sie einen Schritt zurückgehen und darüber nachdenken, wie Sie Ihren Content promoten!

In diesem Sinne sollte deine Herangehensweise an Content sein: Mach dir Gedanken, was wirklich erstklassig für dein Zielpublikum wäre, was dich von anderen Anbieter:innen unterscheidet. Analysiere die Interaktion deiner Besucher:innen auf und mit deiner Website. Prüfe regelmäßig das eingehende Feedback. Nimm Anfragen von Nutzer:innen in deine Planung mit auf. Und vor allem: Verstecke deinen Content nicht! Er ist eines deiner wichtigsten Werkzeuge, um Rankings zu erzielen.

Falls du dir Unterstützung beim Content Erstellen wünschst, nimm mit uns Kontakt auf – wir helfen dir gern. Hast du noch Fragen? Dann schreib uns doch hier einen Kommentar! Wir freuen uns auf dein Feedback.