Warum es sich lohnt Shoppingzeiten im Onlineshop auszuwerten

Der folgende Beitrag ist für Sie interessant, wenn Sie wissen wollen warum es sich lohnt die Shoppingzeiten in ihrem Onlineshop auszuwerten. Ich habe mir hierzu einmal die Shoppingzeiten unserer Kunden bei 10 ausgewählten Online-Shops angesehen. Ich fand heraus zu welchen Uhrzeit und an welchen Wochentagen in den jeweiligen Shops eingekauft wird. Und habe für Sie am Ende ein paar interessante Erkenntnisse daraus abgeleitet.

Wann shoppen die Deutschen online?

Doch bevor ich in die Tiefe gehe, hier erst einmal die Infos, welche ich aus den Online-Shops ermittelte

Das folgende Kreisdiagramm stellt zunächst die Tage dar, an welchen die Kunden online einkauften. Auffällig hierbei: An Freitagen und Samstagen werden finden die wenigsten Verkäufe statt. (Könnte das vielleicht ein Grund sein, weshalb der Black-Friday erfunden wurde?)

Shoppinzeiten Onlineshop nach Wochentagen

In dem folgenden Balkendiagramm haben wir außerdem die Uhrzeiten, zu welchen Einkäufe getätigt wurden, darstellen lassen. Man erkennt sehr gut, dass die Spanne zwischen 23:00 und 08:00 nahezu keine Rolle für unsere Online-Shops spielt. In diesen Zeiten kauften die wenigsten bis gar keine Nutzer ein. Die Haupteinkaufszeiten hingegen liegen vor dem Mittag (zwischen 10:00 und 12:00) und in den Abendstunden (zwischen 19:00 und 22:00).

Shoppinzeiten Onlineshop nach Tageszeit

Können Sie die Daten 1:1 für sich nutzen?

Nun fragen Sie sich vielleicht, ob sich diese Daten 1:1 auf ihren Online-Shop adaptieren lassen? Die Antwort von meiner Seite ist klar: Nein, das sollten Sie nicht. Rückschlüsse aus den von uns erhobenen Daten auf Ihren eigenen Shop zu ziehen, kann durchaus gefährlich werden. Denn ich habe selbst bei meinen eigenen Auswertung festgestellt, dass die Daten je nach Kunde zum Teil gewaltig abweichen.

So fiel mir beispielsweise bei einem Online-Shop auf, dass bei diesem die Hauptverkaufszeiten immer zwischen 09:00 und 12:00 lagen. Die Abendstunden hingegen spielten hier überhaupt keine Rolle. Bei einem anderen Beispiel hingegen war es genau umgekehrt. Hier konnte ich die meisten Verkäufe in den Abendstunden beobachten. Tagsüber herrschte wiederum Stille in diesem Shop.

Wie ich die Daten erhoben habe: Ich habe mir 10 Online-Shops mit ausreichend Verkäufen angesehen. Der Auswertungszeitraum waren die Monate Oktober 2019 bis April 2020 – also während des Weihnachtsgeschäftes und des COVID Lockdowns. Ich habe in diesem Zeitraum monatsweise die TOP 3 Tageszeiten sowie die TOP 2 Wochentage, zu denen Käufe getätigt wurden, erhoben. Alle anderen Daten habe ich ignoriert, auch wenn zu diesen Zeiten Verkäufe stattfanden.

Warum Sie diese Daten für Ihren Onlineshop auswerten sollten

Die nächste Frage ist somit: Warum sollten Sie diese Daten überhaupt in Ihrem Onlineshop auswerten? Dazu mal ein paar Ansätze, welche Rückschlüsse Sie aus den Informationen ziehen können und welche weiterführende Maßnahmen sich daraus ableiten lassen könnten:

  • Packbedarf: Wie schnell wollen Sie dafür sorgen, dass Ihre Kunden ihre Ware erhalten? Anhand der erhobenen Daten könnten Sie herausfinden, wann Ihre Mitarbeiter sinnvollerweise Mitarbeiter Pakete packen sollten. So wäre es nach unseren Daten zum Beispiel klug, dass bereits Montag früh zeitig mit dem Packen begonnen wird. Dafür könnten Ihre Mitarbeiter wiederum am Freitag zeitiger ins Wochenende starten. Allerdings bekommen Sie diese Infos langfristig auch über die tatsächlich eingegangenen Bestellungen, wenn Sie diese nach Tagen sortieren.
  • Support: Interessanter ist dagegen, wann Sie einen Live-Support zum Beispiel per Telefon oder Live Chat anbieten könnten. Konkreter: Wann sollten dieser unbedingt besetzt sein? Denn nach unseren Erfahrungen greifen potentielle Kunden gerne auf solche Funktionen zurück, wenn Sie sich beim Kauf unsicher sind. Gucken wir uns unsere Ergebnisse an, wird klar, dass ein solcher Service vor allem in den Abendstunden sinnvoll wäre. Auf jeden Fall würden wir dazu raten, den Support am Sonntag zu besetzen, da dies der Tag ist mit den zweitmeisten Verkäufen.
  • Shopgeschwindigkeit: Ebenfalls interessant sind die Daten zu den Hauptverkaufszeiten, wenn Sie sich die Geschwindigkeit Ihres Shops einmal genauer ansehen möchten. Diese sollte an den verkaufsintensivsten Zeiten und Tagen sehr gut sein. Denn unsere Erfahrung bestätigt: Je schneller Ihr Shop, desto höher wird auch die Conversionrate ausfallen. Nicht umsonst optimiert Amazon diesen Faktor im Millisekundenbereich. Ist der Shop hingegen langsam, sinken die Umsätze. Unsere Empfehlung: Prüfen Sie automatisiert, wie schnell der Shop zu den Stoßzeiten ist.
  • Updatezeiten: Updates sind für den eigenen Online-Shop ohne Frage extrem wichtig. Doch meistens stellt sich die Frage, wann diese am besten durchgeführt werden sollen? Bei unseren Kunden liegt der beste Updatezeitraum in der Nacht von Freitag zu Samstag. Sollte dabei was schief gehen, hat man so noch den ohnehin verkaufsschwachen Samstag, um die Fehler zu beheben. Das bedeutet aber auch, dass die IT an diesen Tagen verfügbar sein muss. Das Ziel sollte bei diesen Maßnahmen immer sein, dass der Shop an verkaufsstarken Tagen wieder läuft.
  • Newslettergültigkeit: Planen Sie einen Newsletter, können die Daten ebenfalls weiterhelfen. Anhand dieser können Sie nämlich ablesen, wie lange eine Aktion gültig sein sollte und wann sie diesen verschicken sollten. Laut unseren Daten wäre es somit wahrscheinlich am geschicktesten, wenn er Samstag Nacht oder am Sonntag Vormittag verschickt würde. Um dies jedoch zu verifizieren, sollten Sie sich auch die Öffnungs- und Klickraten des Newsletters anschauen. Ein Versuch wäre es aber allemal wert.

Als Fazit kann ich somit nur empfehlen, sich diese Daten regelmäßig anzusehen. Berücksichtigen sollten Sie dabei aber auch saisonale Schwankungen. So kann das Einkaufsverhalten zum Beispiel in den Wintermonaten ganz anders aussehen als in den Sommermonaten. Hier sollten Sie über das Jahr genauer hinschauen und umfangreiche Maßnahmen nur planen, wenn Sie sich wirklich sicher sind.

Ansonsten benötigen Sie natürlich für die Auswertung auch ausreichend Daten. Sie sollten mindestens 300 Verkäufe pro Monat haben. Ohne diese würde die Datenbasis nicht ausreichen, um signifikante Trends zu erkennen. Wenn Sie hierzu Fragen haben sollten, können Sie diese selbstverständlich gerne in die Kommentare schreiben oder uns direkt ansprechen.