Wie erstelle ich einen Blog-Beitrag?

In diesem Beitrag möchte ich den IST-Zustand beschreiben, wie ich Blogbeiträge erstelle. Schreiben Sie gerne Kommentare zum Beitrag, in denen Sie z.B. die folgenden Fragen beantworten: Wo machen Sie etwas ähnlich? Was machen Sie anders? Was gefällt Ihnen gut? Wo denkt Sie, könnte man etwas noch besser machen? Wo sehen Sie noch Klärungsbedarf?

Vorbereitung

Ohne Konzentration kein Beitrag!

Das bedeutet, dass ich nur zu Zeiten arbeite, in denen ich mich auch tatsächlich konzentrieren kann (bei mir ist das morgens). Außerdem muss ich wissen, dass ich überhaupt Zeit habe. Das bedeutet, dass ich nicht “zwischen Tür und Angel” schreibe, also wenn ich unter Zeitdruck stehe und weiß, dass ich in einer Stunde bereits wieder an etwas anderem sitzen muss.

Ohne Ruhe geht gar nichts!

Wenn ich mich zum Schreiben hinsetze, mache ich mein Handy zwar nicht aus, aber ich schalte es auf lautlos, so dass ich in einer Konzentrationspause (z.B. in einer Pause zwischen einem Beitrag und dem nächsten) darauf schauen kann und mich gezielt in dieser Zeit mit Themen beschäftige, die nichts mit dem Schreiben zu tun haben. Auch Facebook oder andere, nicht arbeitsbezogene Mails haben in dieser Zeit Pause. Für mich (eine zugegebenermaßen sehr Facebook-affine Person) funktioniert das nur, indem ich eine klare Grenze schaffe: Durch einen Browser, den ich wirklich nur zum Arbeiten benutze. Bei mir ist das der Google Chrome, während ich im Firefox meine privaten Sachen habe.

Schritt 1: Erfassen des Themas

Zuerst setze ich mich mit dem vorgegebenen Thema sehr grob auseinander. Dabei halte ich mich vor allem an die Vorgaben, die bereits im Dokument gegeben sind. Das können manchmal Fragen sein, die beantwortet werden sollen, aber auch ein ähnlicher Blogbeitrag zum Thema oder schlicht einer Reihe von Keywords.
Dabei versuche ich das Thema zu erfassen, brainstorme aber auch gleichzeitig, wo ich evtl. Anknüpfungspunkte mit bereits geschriebenen Artikeln sehe oder was ich schon dazu weiß.

Schritt 2: Wahl eines Fokus

Oft sind die Vorgaben relativ allgemein gehalten und die tatsächliche Ausgestaltung des Beitrags und des Themas liegt in der Hand der Redaktion. Bei der Wahl des Fokus lasse ich mich deshalb von verschiedenen Punkten leiten:

Persönliche Interessen

In welche Richtung zieht es mich? Welcher Aspekt des Themas interessiert mich persönlich?
In den meisten Fällen merke ich, dass mich ein Teilaspekt mehr interessiert als ein anderer. Das kann daran liegen, dass ich noch überhaupt nichts dazu weiß und es nun doch wissen möchte, aber auch daran, dass ich an persönlichen Erfahrungen oder meinem bisherigen Wissen anknüpfen kann.

In den Kunden hinein versetzen

Ein anderer und ebenso wichtiger Einfluss ist der Anspruch des Kunden: Was könnte jemanden interessieren, der in diesem Online-Shop einkauft?
Im Fall eines Gastronomiebedarf-Händlers werden meine persönlichen Interessen wohl kaum mit denen eines Gastronomen übereinstimmen. Hier gilt es sich hineinzuversetzen in den andern: Was interessiert den Gastronomen an diesem Gerät? Dass es meinen Lieblingssmoothie besonders gut mixt? Oder doch eher, dass die Anschaffungskosten, die Leistung und die Langlebigkeit des Geräts in einem guten Verhältnis stehen?

Verfügbare Informationen

Manchmal ist es noch einfacher: Ich weiß nichts zu einem Thema, fange an herumzugooglen und stelle fest: Hey, zu diesem Teilaspekt gibt es schon was, das ist für uns relevant, aber das was da steht ist doch sehr trocken aufbereitet. Das kann ich besser! Dann nutze ich die verfügbaren Informationen, um weiter zu suchen, bis ich schließlich weiß: Darüber will ich schreiben!

Schritt 3: Recherche

Meine Recherche läuft meist so ab: Ich gebe in Google eines der Keywords ein, öffne ca. 10 Tabs (per Rechtsklick → neues Tab), gebe ein anderes ein, öffne nochmal 10 Tabs (funktioniert auch mit nur einem Klick auf den Link mit der dritten Taste, dem Mausrad) und beschäftige mich erst dann mit den einzelnen Seiten. Welche der Suchergebnisse ich öffne, und welche ich links liegen lasse, entscheide ich anhand der Vorschau. Diese gibt oft bereits Informationen über die Qualität der Infos auf der dahinter liegenden Seite, beispielsweise kann sie verraten ob es sich beim jeweiligen Suchergebnis um einen Online-Shop – den ich eher nicht als Informationsquelle nutzen würde – oder ein Online-Wiki – das sehr hilfreich in der Recherche sein kann – handelt.
Auf diesem Weg findet man schnell eine gute Auswahl von Seiten, auf die man sich beziehen kann.

Die Qualität der Rechercheergebnisse

Bei vielen Links merkt man auch ohne großes Vertiefen oder Wühlen in der Seitenstruktur, ob sie als Quellen verwendbar sind oder nicht. Seiten, die Shops beinhalten, schließe ich beispielsweise gleich wieder, genauso wie Seiten, auf denen zwar das Keyword, aber keine weiteren wichtigen Infos zu finden sind. Oft merkt man bei einer solch großen Recherche auch, was bereits an Texten zum Thema vorhanden ist und wo es evtl. noch Lücken gibt. Für diese Information können auch Links mit Shops hilfreich sein!

Das Festhalten der Rechercheergebnisse

…auf Papier

Ich persönlich bin ein großer Fan von Notizen auf Papier. Deshalb schreibe ich mir Fakten, die ich für sehr wichtig halte und in meinem Beitrag verwenden möchte, gesondert auf den (fast) immer vor mir liegenden Block. Diese kann man im späteren Schreibvorgang auch schön abhaken oder farbig markieren, wenn man sie bereits verwendet hat. Da Papier aber die Angewohnheit hat, bei wechselnden Arbeitsplätzen und semioptimalen Ablagesystemen schnell einmal verloren zu gehen, habe ich für dieses Problem eine “digitale” Lösung gefunden: Ein kurzes Foto von der Mindmap mit dem Smartphone, ins Dokument einfügen – fertig. So dokumentiere ich meine Ideen und Notizen systematisch und habe sie immer und überall zugänglich (Danke Internet!).

…direkt im Dokument

Meine Beiträge schreibe ich nicht direkt in WordPress, sondern lege sie als Dokument im Google Drive an. Natürlich kann man in diesem Dokument ebenfalls Notizen in digitaler Form machen, die so in einer geordneten Struktur vorliegen und nicht verloren gehen. Dieses Vorgehen spart einen Schritt (den des Abfotografierens), ist aber nicht jedermanns Sache.

…in Mindmup

Die Kombination aus Papier und Dokument habe ich auf den Hinweis eines Kollegen in der App Mindmup gefunden. Dort können mit einfachsten Mitteln Mindmaps erstellt, in Google Drive gespeichert und zusammen bearbeitet werden. Das Einzige, was mir hier fehlt, ist das “Abhaken” der bereits bearbeiteten Gedankengänge – vielleicht haben Sie hier eine Anregung für mich?

Schritt 4: Überlegen der Beitragsstruktur

Ja, manchmal schreibe ich auch einfach drauf los. Aber in den allermeisten Fällen überlege ich mir vorher, was ich so schreiben will. Dazu helfen strukturiende Fragen (Wer? Wie? Wo? Wann? Was? Warum?), die ich als Zwischenüberschriften verwende. Auch Mindmaps verwende ich oft, um mein eben angelesenes Wissen sinnvoll zu strukturieren.

Schritt 5: Ausformulieren

Erst jetzt geht es ans eigentliche Schreiben. Dazu verwende ich meine vorbereitete Struktur, die Notizen auf meinem Block und alles, was ich von der Recherche noch im Kopf habe. Meist schreibe ich einen Beitrag in einem Rutsch runter und schaue lieber auf den zweiten Blick, wo ich noch etwas ergänzen kann und wo ich vielleicht weiter recherchieren möchte. Oft zeigt es sich dann auch, dass ich (zumindest in diesem Beitrag) gar nicht mehr in die Tiefe gehen muss, weil der Umfang durch das Anschneiden der Antworten auf die Fragen bereits erfüllt ist. Alles, was sehr in die Tiefe geht und wofür ich eine erneute, intensive Recherche benötigen würde, nehme ich in die Ideen für neue Beiträge mit auf.
Ich habe mir auch angewöhnt, meine Texte nicht Satz für Satz zu hinterfragen, sondern mich auf mein Bauchgefühl zu verlassen, was gut klingt und passend ist. Das ist das Schöne am zusätzlichen Lektorat: Sollte etwas tatsächlich komisch formuliert oder sehr abwegig gedacht sein, wird es dem zweiten Redaktionsmitglied ziemlich sicher auffallen. Bei diesem kann man sich auch Anregungen einholen, wenn man beispielsweise mit dem Umfang noch nicht zufrieden ist. Oft fallen zwei Köpfen eben mehr Sachen ein, als einem!

Schritt 6: Korrekturlesen

Zuletzt lese ich noch einmal, am liebsten mit etwas zeitlichem Abstand, was ich geschrieben habe. Dabei geht es aber mehr ums Formale (Rechtschreibung, Grammatik, Lesefluss), als ums Inhaltliche.

Nachbereitung

Ein Punkt, den wir vielleicht auch wirklich noch häufiger anstreben können: Die Nachbereitung eines Beitrags. Dazu gehört es natürlich, auf Anmerkungen von Lektorat und Kunden zu reagieren. Aber es wäre sicher auch wichtig zu schauen, wie der Beitrag ankommt. Vielleicht ergibt sich daraus auch die Chance an der einen oder anderen Stelle noch tiefer ins Thema einzusteigen? Ich mache das aktuell nicht aktiv, was eigentlich schade ist. Denn ich glaube, dass ein Text durch den Einbezug solcher Rückmeldung sehr an Qualität gewinnen kann!

Über die Autorin

Eva Gößwein schreibt auch auf ihrem Blog: kulturweit-blog.de/evainbelgrad/
Eva Gößwein schreibt auch auf ihrem Blog: kulturweit-blog.de/evainbelgrad/

Hallo! Ich bin Eva Gößwein und seit Sommer 2014 schreibe ich für diverse Blogs. Damit fröhne ich nicht nur meiner Leidenschaft für die deutsche Sprache, sondern genieße es auch mich in die unterschiedlichsten Themen einzuarbeiten. Es treibt mich eine fast kindliche Neugierde: Welche Fakten gibt es zu diesem Thema? Wo kann ich noch mehr dazu erfahren? Und natürlich: Wie erzähle ich davon so, dass es für den Menschen vor dem Bildschirm packend wird und er mit mir auf Entdeckungstour kommt?

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