Erfahrungsbericht – Google Adsense Vermarkter

Als Betreiber einer Webseite stellt man sich an irgendeinem Punkt die Frage: „Kann ich mit meiner Seite eigentlich Geld verdienen?“ Im Zeitalter der simplen Aktivierung von Werbung ist dies kein Problem mehr. Mit wenigen Klicks kann man zum Beispiel über den Googles Dienst „Google Adsense“ Werbung auf seiner Seite einbinden. Anschließend heißt es dann abwarten und hoffen, dass auch jemand auf diese Werbung klickt und man letztendlich dadurch Geld verdient. Doch wie verhält es sich, wenn man meint, dass die Zugriffszahlen auf der eigenen Webseite sich in solchen Dimensionen bewegen, dass man davon ein kleines erträgliches Einkommen erzielen könnte, und wie viele Zugriffe benötigt man eigentlich an einem Tag, um überhaupt sich diese Frage stellen zu dürfen?

Als ehemaliger Betreiber und Chefredakteur einer Newsseite, stellte ich mir diese Frage ebenfalls an einem gewissen Punkt. Die Zugriffszahlen der Seite bewegten sich immer mehr nach oben, doch die Einnahmen über Google blieben konstant. Irgendwann erhielt ich den Tipp, sich an einen Vermarkter zu wenden, welcher sich auf Google Adsense spezialisierte. Zu meinem Glück erhielt ich gleichzeitig auch eine sehr gute Empfehlung, so dass die lange Experimentierphase mit diversen Vermarktern ausblieb. Aufgrund der guten Zusammenarbeit fielen mir bei meinen Recherchen im Netz die vielen Kleinigkeiten auf, mit denen sich andere Betreiber einer Webseite herumplagen mussten. Für alle, die vor der Entscheidung stehen, ob es sich lohnt, einen Vermarkter einzuschalten, möchte ich an dieser Stelle ein paar Denkanregungen und Hinweise geben.

Ab wann lohnt es sich über einen Vermarkter nachzudenken?

Laut meinen Erfahrungen lohnt es sich ab circa 2.000 Seitenimpressionen täglich, einen Vermarkter einzuschalten, sofern diese Zugriffe von vielen verschiedenen Usern und nicht ausschließlich von Stammusern erzeugt werden. Als ich unseren Vermarkter einschaltete, lag unsere Seite bei knapp 3.000 Seitenzugriffen täglich. Die Seite spielte im Monat über Google Adsense rund 50 Euro ein. Nachdem wir einen Vermarkter aktivierten, erhöhten sich die Einnahmen sofort um 100 Euro. Einen weiteren Monat später lagen wir schon bei knapp 250 Euro monatlich.

Im selben Zeitraum kletterten auch die Seitenimpressionen immer weiter nach oben. Innerhalb eines Jahres erhöhten wir die Einnahmen über Google Adsense von 50 Euro auf 500 Euro im Monat. Die Seitenzugriffe stiegen in diesen Zeitraum von 3.000 auf 5.000. Dies bedeute eine Verzehnfachung der Einnahmen, obwohl die Zugriffe sich noch nicht einmal verdoppelten. Was war geschehen? Unser Vermarkter wusste, wie Google Adsense funktioniert, was für mich schon eine Wissenschaft für sich war. Ihm war bekannt, wie und wo man am besten die Werbung platzieren musste, um die optimale Klickrate herauszuholen.

Durch seine Aktivitäten erhöhte sich der „CTR Wert“ von 0,50 Prozent auf teilweise über 7 Prozent. Bei diesem Wert handelt es sich um eine Kennzahl, welche das Verhältnis von Seitenimpressionen zu den getätigten Klicks auf der Werbung angibt. Wenn man also einen CTR Wert von 1 Prozent erzielt, wurde genau einmal auf eine Werbung geklickt, während einhundert Werbeeinblendungen erfolgten. Der Vermarkter verbannte zusätzlich Werbung von der Seite, welche keine Klickergebnisse erzielte, und die Seite wurde mit Werbeschlagbegriffen versehen, die ebenfalls dafür sorgte, dass Werbung eingeblendet wurde, welche auch für die Besucher von Interesse waren.

Seitenaufrufe Google Analytics und Server

Ich kann in diesem Zusammenhang nur davon abraten, sich auf die Statistiken zu verlassen, welche direkt vom Server ausgegeben werden. Diese Daten weichen teilweise erheblich von den Google Analytics Daten ab und sorgen für mehr Fragen, als sie Antworten geben können. Ein Grund dafür ist zum Beispiel der „Google Bot“ – ein Programm, welches die eigene Webseite nach neuen Inhalten durchsucht. Die Statistiken des Servers erkennen diesen Bot wahrscheinlich als Besucher und zählen jeden Seitenzugriff. Da es sich aber um keinen echten Besucher handelt, werden diese Zugriffe über Google Analytics nicht gewertet.

Vermarkter mit erfolgsabhängiger Beteiligung

Bedenkt man, dass der Vermarkter erfolgsabhängig an den Umsätzen beteiligt war, konnten beide Seiten nur gewinnen. Ich kann an dieser Stelle nur jedem empfehlen, sich einen Vermarkter zu suchen, welcher sich prozentual an den Umsätzen beteiligt. Zudem ist es sinnvoll, den Vermarkter innerhalb eines Zeitraums von maximal einem Jahr gewisse Zielvorgaben zu geben. Die oben genannten Werte können nämlich auch sehr schnell durch schlechtes Management nicht erreicht werden, wenn man zum Beispiel auf Seiten Werbung integriert, auf denen nie geklickt wird. Dadurch erhöht man zwar die Seitenimpressionen, senkt jedoch gleichzeitig den „CTR Wert“. Hier ist es Aufgabe des Vermarkters, mit den Werten solange zu spielen, bis das Optimum herausgeholt wurde.

Ist das Optimum gefunden, ist die Seite nahezu ein Selbstläufer. Für den Betreiber der Webseite heißt es jetzt nur noch, die Seite mit Inhalten zu füllen. Ich konnte die Erfahrung machen, dass man die besten Klickraten mit News- und Berichten erzielte, sofern die Werbung ordentlich und nicht aufdringlich platziert war. Weiterhin wurden gute Einnahmen in den Bereichen erzielt, in denen es ein Downloadangebot gab. Foren und Bildergalerien sorgten zwar für gute Seitenimpressionen, jedoch waren die Klickraten in diesen Bereichen zu vernachlässigen.

Checkliste für einen Vermarkter

Abfrage der Zugriffszahlen vor Vertragsabschluss

Viele Vermarkter bieten zum Beginn einen Vertrag an, welcher zusammenfassend besagt „Wir installieren mal Werbung und dann schauen wir mal, was passiert.“ Wenn man nicht zu lange mit zu vielen Vermarktern herumexperimentieren möchte, kann man den Vermarkter als Erstes schon dadurch testen, ob er sich vor dem Vertragsabschluss die Google Analytics Zahlen ansehen möchte. Ist dies nicht der Fall, sollte man die Finger davon lassen, da man dann davon ausgehen kann, dass der Vermarkter kein wirkliches Interesse an der Seite besitzt. Als Nächstes sollte man fragen, welche Kontakte der Vermarkter zu Google besitzt. Existieren diese nicht, so empfehle ich ebenfalls, sich nach einen anderen Vermarkter umzusehen. Warum sollte man darauf achten?

Kontakte zu Google

Googles europäisches Hauptquartier ist in Dublin. Von dort aus steuert Google sein Europageschäft. Ein Vermarkter, welche keine Kontakte zu Google besitzt, weiß zum ersten nicht, was Google in der Zukunft plant und wird auch nicht an anderen Werbeaktionen von Google beteiligt sein. Google bietet nämlich interessanten Webseiten auch die Möglichkeit einer reinen Anzeigenwerbung an. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Google weiß, dass die eigene Webseite interessant sein könnte. Diesen Kontakt sollte der Vermarkter herstellen. Ebenfalls ist der Kontakt wichtig, falls man den Vermarkter wechseln möchte. Ein Vermarkter hat Zugriff auf das Google Adsense Konto des Webseitenbetreibers. Wie will man diesen aber wieder loswerden, wenn man den Vertrag auflöst? Google bietet hierzu keine Möglichkeiten an und der persönliche Support von Google ist eher steinzeitlich als modern. Einen Ansprechpartner, welchen man kontaktieren kann, sucht man auf den Googleseiten vergeblich, und Anfragen in den Googlehilfsforen werden nur dann beantwortet, wenn es dafür eine einfache Lösung gibt. Besitzt der Vermarkter jedoch einen persönlichen Kontakt mit Google, stellt das Entfernen des Vermarkters aus dem eigenen Google Adsense Konto kein Hürde da.

Nur Zugriff auf AdSense Konto

Es empfiehlt sich, bei Vertragsabschluss mit einem Vermarkter in den Vertrag einen Passus aufzunehmen, in dem sich der Vermarkter dazu verpflichtet, sich selbständig aus dem Google Adsense Konto bei Vertragsbeendigung zu entfernen. Geschieht dies nämlich nicht, dann besitzt man für alle Ewigkeit ein Googlekonto, auf das sich ständig jemand Drittes einloggen kann. Auch das Löschen und Neuanlegen des Kontos ist nicht möglich, da Google eine Sperre für bereits existierende Konten eingerichtet hat. Letztendlich wird einem nichts weiter übrig bleiben, als sich eine neue Identität zuzulegen und damit ein neues Konto zu eröffnen. Doch wer möchte schon auf diesem Weg eine Zusammenarbeit beenden?

Fazit

Schlussendlich kann ich die Zusammenarbeit mit einen Vermarkter nur empfehlen, sofern sich die Klickraten in den untersten Bereichen befinden und man sich lieber um die Inhalte seiner Webseite kümmern möchte, anstatt sich ständig auf dem Laufenden über Google Adsense zu halten.

Autor: Ronny Siegel

Hi, ich bin Ronny, einer von den beiden Geschäftsführern und Inhabern der Conversion Junkies. Ich beschäftige mich vor allem mit Inhalten (Content) und wie man diese verbessern kann. Zudem kenne ich mich sehr gut mit AdWords aus und finde dort immer neue Infos, die mir auch bei den Inhalten helfen. Und ich bin der Meinung, nichts ist besser als zu testen, weswegen ich mir bei den Inhalten und den AdWords Anzeigen auch das Nutzerverhalten gerne ansehe und auswerte. Wenn Sie Fragen zu diesem Beitrag haben, posten Sie die Frage bitte in die Kommentare. Ich beantworte diese sehr gerne.

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