Problem: Nach Umstellung im Webshop keine Verkäufe mehr

Vor geraumer Zeit wurden wir von einem Kunden angesprochen, der Probleme mit seinem Webshop hatte. Seit der Umstellung des Webshops generierte er keine Verkäufe mehr. Das System war neu, das Design des Shops war neu, aber trotz dieser Modernisierung wollte in dem Shop niemand mehr einkaufen. Wir sahen uns den Shop etwas genauer an und stießen dabei auf einige Probleme.

Ursachenforschung: Erstanalyse des Webshops mit einem Expertenteam

Zuerst analysierten wir den Shop gemeinsam mit zwei weiteren Experten, die sich aktiv mit Webshops beschäftigen. Der Shop erfüllte die grundlegenden Anforderungen: Der Bestellprozess funktionierte einwandfrei. Nur der Abstand zwischen Preis und Bestellbutton sowie die Beschreibung ließ etwas zu wünschen übrig. Wir wussten nach dieser ersten Analyse, dass der Aufbau des Shops nicht für den Bestellrückgang verantwortlich war.

Im zweiten Schritt prüften wir den Shop mit verschiedenen Browsern und Geräten. Dabei stellten wir fest, dass der Shop zum Teil sehr lange Ladezeiten hatte. Zudem erhielt man mit dem Smartphone eine Sicherheitsmeldung, sobald man den Shop aufrief. Wir vermuteten, dass der Sicherheitshinweis die Kunden vom Kauf abschreckte und diejenigen, die den Hinweis nicht bekamen, durch die langen Ladezeiten die Geduld verloren und absprangen.

Lösungssuche: Testumgebung für den Webshop, um Fehler einzugrenzen

Das Problem mit der Sicherheitsmeldung konnten wir schnell klären. Die Ursache dafür war ein fehlerhaftes SSL-Zertifikat, das schnell korrigiert werden konnte. Allerdings kam es auch in den darauffolgenden Tagen zu keinen Verkäufen. Deswegen kümmerten wir uns anschließend um die langen Ladezeiten.

Wir spiegelten zuerst den Shop in einer Testumgebung. Gleichzeitig installierten wir den Shop noch einmal mit einem sauberen System auf einer zweiten Testumgebung. Damit wollten wir herausfinden, ob die langen Ladezeiten vielleicht durch einen Fehler im Programmcode verursacht wurden. Als Drittes überprüften wir die Einstellungen des bestehenden Shops, ob dabei versehentlich eine künstliche Bremse aktiviert wurde.

Lösung: Baustellen beheben und Onlineshop beschleunigen.

Wir fanden heraus, dass es vom Frontend über den Server bis zur Datenbank verschiedene Probleme gab. Jedes einzelne für sich betrachtet, hätte nur marginale Auswirkungen gehabt. Doch in der Summe waren diese Punkte der Grund für die enormen Ladezeiten von über 10 Sekunden je Seitenaufruf. Bei einem Onlineshop entscheiden bereits zehntel Sekunden, ob ein Besucher im Verkaufsprozess zu einem Kunden wird.

Das Frontend – Was der Kunde beim Besuch Ihres Webshops sieht

Je mehr Informationen dem Kunden angezeigt werden, umso länger dauert die Übertragung der Daten zum Besucher. Dabei unterscheidet man zwischen statischen und dynamischen Daten. Statische Informationen sind Texte, Bilder und Videos. Dynamischen Daten enthalten die Navigation, den Warenkorb, ähnliche Produkte usw. Bei dynamischen Daten kann es passieren, dass zur Berechnung sehr viel Zeit gebraucht wird. Die Webseite braucht dann sehr lange, um vollständig in den Browser des Nutzers geladen zu werden.

An dieser Stelle haben wir angesetzt und Funktionen optimiert, die vorher für hohe Berechnungzeiten verantwortlich waren. Datenbankzugriffe wurden minimiert und unnötige Berechnungen entfernt.

Der Server – das Arbeitstier hinter dem Webshop

Der Webserver arbeitet ununterbrochen um den Besuchern unseren Onlineshop zu präsentieren. Bei kleinen Shops ohne viele Besucher wird der Komponente Server kaum Beachtung geschenkt. Das ändert sich allerdings, wenn der Onlineshop größer wird, viele Besucher ihre Anfragen stellen und mehr als 10.000 Artikel verwalten werden müssen.

Ab diesem Zeitpunkt sind Experten gefragt, die Daten organisieren und die Datenbanken optimieren. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Caching. Dabei werden einmal berechnete dynamische Daten vorgehalten und als statische Daten an den Nutzer versandt. Mit Hilfe des Cachings können Berechnungen auf dem Server minimiert und die Auslieferung der Webseiten enorm beschleunigt werden.

Folgen: Steigende Verkäufe seit Umstellung

Seit ein paar Wochen generiert der Shop wieder Verkäufe mit steigender Tendenz. Gleichzeitig beobachten wir seit ein paar Wochen auch einen Anstieg der Seitenaufrufe. Diese haben sich gegenüber der ursprünglichen Version nahezu verdreifacht. Ursprünglich rief jeder Besucher nur 2 bis 3 Seiten des Shops auf. In der Zwischenzeit sind es sieben bis zehn Seiten.

Fazit: Ladezeiten des Webshops prüfen

Shop-Betreibern, die Probleme mit ihren Verkäufen haben, können wir nur empfehlen, auch die Ladezeiten ihres Shops zu berücksichtigen. Am einfachsten können Sie diese austesten, indem sie ihren Shop auf verschiedenen Systemen in Browsern aufrufen, in denen der Shop vorher noch nicht aufgerufen wurde. Die Ladezeit eines Webshops entscheidet mit darüber, ob die Besucher einkaufen oder die Seiten schnell wieder verlassen.

Autor: Ronny Siegel

Hi, ich bin Ronny, einer von den beiden Geschäftsführern und Inhabern der Conversion Junkies. Ich beschäftige mich vor allem mit Inhalten (Content) und wie man diese verbessern kann. Zudem kenne ich mich sehr gut mit AdWords aus und finde dort immer neue Infos, die mir auch bei den Inhalten helfen. Und ich bin der Meinung, nichts ist besser als zu testen, weswegen ich mir bei den Inhalten und den AdWords Anzeigen auch das Nutzerverhalten gerne ansehe und auswerte. Wenn Sie Fragen zu diesem Beitrag haben, posten Sie die Frage bitte in die Kommentare. Ich beantworte diese sehr gerne.

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